70 Jahre Bildungsnahversorgung im Zeichen der Zeit


Es ist ein Satz aus der Festschrift 50 Jahre Volkshochschule Salzburg. „Learn to know,  learn to do, learn to live together and learn to be”. Dieser Satz könnte auch für die gesamten 70 Jahre Volkshochschule stehen. Mit 70 Jahren blickt die Bildungseinrichtung auf eine lange Geschichte wissenswerter Themen und vieler gesellschaftliche sowie persönliche Entwicklungen zurück.

2 Personen vor Rollup

 

Bild: Vorstandsvorsitzende der Volkshochschule Salzburg Prof. Helmut Mödlhammer, pädagogische Leiterin Dr. Nicole Slupetzky und Dir. Mag. Günter Kotrba

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Einst wie jetzt: Die Bedürfnisse der Menschen im Fokus

1947 waren die Anforderungen noch ganz andere. Kein Internet, kein Smartphone und auch kein Google, das scheinbar Antworten auf alle Fragen gibt. In den Jahren nach dem Krieg war nicht nur die Sicherstellung der Versorgung mit Lebensmitteln, sondern auch mit Informationen und Bildung eine der wesentlichen Herausforderungen. Es waren rund 80 Kursangebote, die das Programm 1947/48 füllten. Den größten Anteil hatten damals die Kurse in der Kategorie „Wissenschaft“. Diese würden heute wohl in die Bereiche „Gesellschaft und Politik“ sowie „Umwelt und Natur“ fallen. Angebote in den Feldern Philosophie, Mathematik, Physik oder Journalistik waren über Jahre ein wichtiger Bestandteil des Kursgeschehens. Indikator für die Gestaltung des Programms waren jedoch über die Jahrzehnte immer die Bedürfnisse der Menschen im Bundesland.

Mit ihnen entwickelte sich auch das Profil der Volkshochschule in kleineren und größeren Schritten immer wieder weiter. Was in den 50igern mit der Einführung neuer Begriffe und einem farbigen Deckblatt sowie dem Ausbau auf 128 Kurse begann, wurde in darauffolgenden Jahrzehnten fortgesetzt. Von 1967 mit rund 180 Kursen wuchs das Angebot in den darauffolgenden Jahren auf 250 Kurse. Mit der Übersiedlung der Volkshochschule 1978 in die Faberstraße, erfolgte der Übergang von einer Abend- zu einer Ganztagsvolkshochschule. Mit der weiteren Übersiedlung an den heutigen Standort am Stadtwerkeareal im Jahr 2013, wo 2700 m2  Fläche zur Verfügung stehen, wurde das Wachstum stetig fortgesetzt. „Heute bietet die Volkshochschule mehr als 7.000 Kursangebote jährlich und gehört auch 70 Jahre nach ihrer Gründung zu den führenden Anbietern im ganzen Bundesland“, so Direktor Mag. Günter Kotrba.

Partner von Gesellschaft und Politik

Es waren immer auch die großen gesellschaftlichen Veränderungen, die die Entwicklung der Volkshochschule in ganz Salzburg geprägt haben. Als Partner von Stadt und Land wurden und werden schon seit mehr als 30 Jahren Angebote in der Basisbildung, Deutsch als Fremdsprache oder Brückenkurse und der Pflichtschulabschluss entwickelt. Eine Partnerschaft dies sich gerade in den letzten Jahren bewährt hat. Rund 5.000 TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt nutzten im Zeitraum zwischen Juli 2016 und Juni 2017 die Angebote der Volkshochschule Salzburg im Bundesland, um Deutsch zu lernen. Die Anzahl der Kurse hat sich auf Grund globaler Krisen in den letzten drei Jahren auf fast 1.000 verdreifacht.

Dabei lernen die TeilnehmerInnen nicht nur unsere Sprache.  Ihre LehrerInnen und Deutsch-TrainerInnen sind schon längst auch zu interkulturellen Vermittlern und eine wichtige Quelle für unsere Kultur und Werte geworden. Sie helfen so nicht nur bei Grammatik, Vokabel oder Aussprache, sondern unterstützen TeilnehmerInnen, sich miteinander und in einer neuen Welt zurechtzufinden.

Ein Programm nahe an den Menschen

Die Bedürfnisse der SalzburgerInnen sind vielfältig. Diese Vielfalt hat auch seit jeher die Entwicklung des Programms der Volkshochschule beeinflusst. Mit mehr als 7.000 Angeboten in 3 „Semestern“ wird mittlerweile das gesamte Jahr bespielt. „Mit dem Sommersemesterbieten wir seit dem Einzug in das neue Haus auch in den Ferienmonaten ein umfassendes Programm an Kursen und Workshops. Aber auch im ländlichen Raum werden immer mehr Sommerkurse angeboten, so z.B. in Saalfelden. Im Sommer werden gerade die Bereiche Bewegung, Kreativität und Küche gut angenommen, so Dr. Nicole Slupetzky, pädagogische Leiterin der Volkshochschule Salzburg. „Ziel unserer Programmgestaltung ist es den Menschen wertvolle Zutaten für ein gutes und glückliches Leben zu bieten. Und das ist eine große Herausforderung“, so Slupetzky. In 6 Fachbereichen werden Kurse und Workshops für Körper, Geist und Seele geboten. Als Ort der Begegnung finden die TeilnehmerInnen aber auch wertvolle soziale Kontakte an der Volkshochschule. Und diese sind bekanntlich ebenso wichtig für unser Wohlbefinden wie gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.

Vom Heute zum Morgen

Auch heute beschäftigen die großen gesellschaftlichen Themen das Team der Volkshochschule Salzburg. Faktoren, wie die Digitalisierung, ein nachhaltigeres Leben und Wirtschaften, die präventive Gesundheitsvorsorge oder die kulturelle Integration sind heute wie morgen große Beeinflusser. Schwerpunkte wie die Kursserie „Nachhaltigkeit“ oder Trend-Angebote im Fitnessbereich werden stark genutzt. Die Kursserie „Mein Smartphone, Table, Laptop und ich“ ist schon seit Jahren gut gebucht und öffnet Menschen die Tür zu einer mehr und mehr digitalen Welt. „Wir müssen aber nicht nur auf die großen Trends schauen. Als Volkshochschule müssen wir die Heimat möglichst vieler Wissensbedürfnisse sein, so Direktor Mag. Günter Kotrba. So achten wir auch darauf das Kurse und Vorträge in den Bereichen politischer Bildung, Philosophie oder Allgemeinbildung ausreichend Platz im Angebot der Volkshochschule haben, ergänzt Kotrba.

Rolle der Volkshochschule in der Zukunft

Flexibel auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren, ist eine wichtige Eigenschaft der Volkshochschule. „Wir sehen uns aber auch als aktiver Gestalter einer vielschichtigen Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, mit Wissen und Netzwerken Menschen Türen aufzumachen, so Vorstandsvorsitzender Prof. Helmut Mödlhammer. Aktuelle Projekte wie vhs-digital.at soll TrainerInnen dabei unterstützen die Digitalisierung für die individuellen didaktischen Ideen zu nutzten. „Wir sehen hier keine Chance für eine „Top-Down-Konzept“ sondern versuchen gemeinsamen mit den TrainierInnen neue Wege zu beschreiten. Wir müssen den Menschen, die Angst vor der Veränderung nehmen, da sind die Kursleitenden als MultiplikatorInnen besonders wichtig“, ergänzt Mödlhammer.
Unsere Aufgabe als Integrationspartner wollen wir zukünftig noch stärker als Brückenbauer ins Berufsleben nutzen. Spezielle berufsbezogene Deutschangebote werden weiter ausgebaut und entwickelt, ebenso neue Formen der Kooperation mit Betrieben. „Die TrainierInnen der Volkshochschule arbeiten über Jahren mit Menschen aus anderen Kulturen. Sie kennen ihre Stärken und Talente. Wir müssen dieses für unseren Arbeitsmarkt und damit für die gesamte Gesellschaft nutzbar machen, ergänzt Direktor Günter Kotrba.
Am 29. September 2017 ab 14:00 besteht die Möglichkeit das umfassende Programm hautnah zu erleben. An diesem Tag öffnen wir die Türen zu den Kursräumen, wo jeder verschiedene Kurse kostenlos ausprobieren kann und erfährt, dass Lernen in jedem Alter Spaß machen kann.

 

Die Volkshochschule Salzburg in Zahlen


  • Angebotene Kurse pro Jahr: ca. 7.000
  • Durchgeführt Kurse pro Jahr: ca. 4.600
  • Teilnahmen pro Jahr: ca. 48.000
  • TrainerInnen: ca. 1.200
  • Standorte: in über 90 Gemeinden
  • Größte Sprachenschule mit ca. 30 Sprachen

 

 


 
 
 
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